News - nach der Brauchbarkeitsprüfung

KlM Bax vom Schaunberger Burgfrieden, BP 2016

Daniel Steffl hat mit seinem Rüden,

Bax vom Schaunberger Burgfrieden am 13./14.10.2018

die VGP  mit 299 Pkt. als Suchensieger TF bestanden.

2019: Bax wird als Deckrüde in der KlM LG Südbayern zugelassen.



KlM Aragon vom Silbersee, BP 2016

2018:

Aragon wird als Deckrüde

in der KlM Landesgruppe Südbayern

zugelassen



KlM Bonny vom Silbersee, BP 2017

Bonny vom Silbersee hat in Südtirol

die Schweißprüfung 20 Std. im II. Preis

hervorragend gemeistert 



Beagle Quirin von der Geierswacht, BP 2018

 10. BCD Gebrauchsprüfung (GP) und BCD Schweißprüfung (SchwK) 

Ansporn und Ermutigung für alle engagierten Beagle-Führer

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17 Monate jung und nach erfolgreicher Gebrauchsprüfung zur jagdlichen Leistungszucht zugelassen


 

Bericht von Peter Schacherbauer für die Landesgruppe Bayern im BCD

Für jeden Beagler ist sein Hund der Beste – das geliebte und ans Herz gewachsene Familienmitglied. Sein kompaktes, aber attraktives Erscheinungsbild und sein freundliches Wesen haben es geschafft, den Beagle in den Augen der breiten Öffentlichkeit als den geeigneten Familienhund manchmal sogar als Modehund erscheinen zu lassen. Doch Achtung: der Beagle ist eine der ältesten Jagdhunderassen, die in Deutschland aber immer noch in ihrer jagdlichen Leistungsfähigkeit weit unterschätzt wird.

 

Der FCI Standard beschreibt den Beagle als „einen fröhlichen Hund, dessen wesentliche Bestimmung es ist zu jagen, vornehmlich Hasen, indem er der Fährte folgt, unerschrocken, äußerst lebhaft, mit Zähigkeit und Zielstrebigkeit.“ Dies muss sich jeder Beagler – ob einfacher Hundehalter, Aussteller, Züchter oder Jäger – immer wieder bewusst machen. Die wesentliche Bestimmung seines Beagles ist es zu jagen. Diese brackentypische, ausgeprägte Jagdleidenschaft und der Jagdverstand des Beagles sind das, was ihn als Jagdhunderasse ausmacht, was erhalten und nachhaltig gefördert werden muss.

 

Mit Sweet DUNCAN of Justine‘s Pack führe ich einen nunmehr elfjährigen Beagle-Rüden in ständigem jagdlichem Einsatz. In seinem bereits fortgeschrittenen Alter ist der Zenit der Belastbarkeit und Leistungsfähigkeit überschritten. Nachdem die Ausbildung zum brauchbaren Jagdhund längere Zeit beansprucht, hatte ich mich 2017 entschieden einen Welpen hinzuzunehmen, um diesen für die jagdliche Arbeit vorzubereiten und auszubilden.

 

Schon die Auswahl des Zwingers und der Elterntiere erfolgte vor dem Hintergrund des künftigen Einsatzes. Am 22.5.2017 erblickte QUIRIN im Zwinger von der Geierswacht bei Susanne Wiwianka in Nordrhein-Westfalen als einziger Rüde im Sechserwurf das Licht der Welt. Mit der Züchterin – selbst Jägerin – war abgesprochen, bereits den Welpen in der Aufzuchtphase mit jagdlichen Reizen und Eindrücken zu konfrontieren. Dies setzte sich nahtlos nach Umzug des Welpen bei uns in der Familie, in Haus, Garten und Revier fort.

 

Von Anfang an begleitete QUIRIN mich und DUNCAN bei den täglichen Reviergängen. Spielerisch lernte er dabei Spuren und Fährten kennen, wurde an die verschiedenen Wildarten von Schalenwild über Raubwild herangeführt und entwickelte daran reges Interesse. Bei aller Neugier und Jagdleidenschaft des jungen Hundes standen aber für mich ein unbeugsames Vertrauen des Hundes zum Führer und eine darauf beruhende Bindung gepaart mit konsequenter Erziehung bei striktem Gehorsam an oberster Stelle. Ich muss es an dieser Stelle betonen, gerade weil sehr häufig zu hören ist, der Beagle sei nicht oder schwer erziehbar - nein! Der intelligente Beagle ist - wie jede andere Bracke auch - unter Berücksichtigung des selbständigen Jagens  und der Notwendigkeit, auf der Jagd selbst die richtigen Entscheidungen treffen zu müssen, mit Einfühlsamkeit und Konsequenz sehr gut zu erziehen. Aber der strikte Gehorsam ist Grundvoraussetzung für jede erfolgreiche Ausbildung.

 

Nach Welpenschule und Hundeschule, die auch für den Sozialkontakt zu anderen Hunden, eine wichtige Ausbildungskomponente sind, stand nach unzähligen Feder- und Haarwildschleppen am 25.3.2018 in Unterlaiching die erste von der Landesgruppe Bayern ausgerichtete Spurlautprüfung auf dem Programm. An dieser Stelle gebührt Heinrich Heling nochmals ausdrücklich Dank für seinen unermüdlichen Einsatz und sein Engagement.

 

Die Spurlautprüfung ist eine reine Anlagenprüfung, die nichts mit Abrichtung oder Dressur zu tun hat. Aber auch die im jungen Hund vorhandenen Anlagen müssen zunächst einmal durch äußere Reize geweckt werden. Der zur Prüfung gemeldete Beagle und sein Führer sollten wissen, welche Arbeitsleistung von ihnen gefordert wird. Dazu eignet sich eine Vorbereitung bei jagdlichen Übungstagen, an denen der Beagle zumindest eine Hasenspur und einen Hasen kennenlernt und vielleicht sogar über eine kurze Strecke laut gebend die Hasenspur arbeitet.

 

Der Spurlautprüfung geht die Schussfestigkeitsprüfung voran. Zur ihrer Überprüfung sind während einer freien, vom Führer weggehender Suche eines jeden Hundes zwei Schrotschüsse abzugeben. Der Hund sollte sich davon unbeeindruckt zeigen und seine Arbeit – die freie Suche – ohne schreckhaftes Verhalten zu zeigen fortsetzen. Die Schussfestigkeitsprüfung ist ein Wesenstest in Form eines Belastungstests. Der bereits durch die Schussabgabe erschreckte oder verängstigte Beagle wird in schwierigen jagdlichen, aber auch alltäglichen Situationen seine Leistungsfähigkeit nicht abrufen können. Ich darf nochmals den Rassestandard in Erinnerung rufen: „Ein fröhlicher Hund, dessen wesentliche Bestimmung es ist zu jagen, vornehmlich Hasen, indem er der Fährte folgt, unerschrocken, äußerst lebhaft, mit Zähigkeit und Zielstrebigkeit. Aufgeweckt, intelligent und von ausgeglichenem Wesen. Liebenswürdig und aufgeweckt, ohne Anzeichen von Angriffslust oder Ängstlichkeit.“

 

Nach bestandener Schussfestigkeitsprüfung – und dies darf für keinen Beagle ein Problem sein – ging es für QUIRIN und die anderen fünf Prüflinge ab ins Revier. Um für die Prüfung Hasen hoch zumachen, auf deren Spur die Hunde dann geprüft werden, gehen die Führer, flankiert von den Richtern und Helfern wie bei einer „Böhmischen Streife“ durch das Revier. Der Richter, der den Spurverlauf eines hochgehenden Hasen am besten verfolgen konnte, weist den nächststehenden Führer mit seinem Hund, der den Hasen nicht eräugt hat, auf die Hasenspur ein. Dann ist der Hund an der Reihe, der geschnallt – von der Leine gelassen – mit tiefer Nase und Laut gebend die Hasenspur arbeiten soll. Bei blanken, teils gefrorenen Äckern und Flächen mit sehr geringem Bewuchs war QUIRIN als einziger Teilnehmer der Prüfung erfolgreich und konnte die Anlage des spurlauten Jagens als Tagessieger nachweisen.

 

Und damit bin ich wieder beim Rassestandard angelangt: „Ein fröhlicher Hund, dessen wesentliche Bestimmung es ist zu jagen, vornehmlich Hasen, indem er der Fährte folgt, unerschrocken, äußerst lebhaft, mit Zähigkeit und Zielstrebigkeit.“ Hier wird die spurlaute Jagd festgeschrieben. Mit „äußerst lebhaft“ beschreibt der Standard gerade auch das Lautgeben auf der Fährte. Deshalb ist es für den Beagle als Jagdhunderasse in meinen Augen besonders wichtig, die Verankerung des beständigen und sicheren Spurlautes als Anlage nachhaltig zu bewahren. Um die Wesensfestigkeit und den Spurlaut des Beagles zu gewährleisten, sollten die Schussfestigkeits- und die Spurlautprüfung zu Zuchtzulassungsvoraussetzungen erhoben werden. Der dagegen von Züchterseite oftmals erhobene Einwand, die Jagdleidenschaft des Beagles werde von Welpenkäufern nicht gewünscht, ist für mich kein Gegenargument. Der Beagle ist nun einmal ein Jagdhund und dessen muss sich jeder Beagler bewusst sein. Verantwortliche Zucht bedeutet nicht Vermehrung für den Markt, sondern Verbesserung der Rasse und ihrer Eigenschaften. Wie Versuche mit Labor-Beagles eindrücklich nachgewiesen haben, kann die Jagdleidenschaft des Beagles selbst durch sterilste und isolierte Haltungsbedingungen nicht ausgeschlossen werden. Auch die Überprüfung der Anlage des spurlauten Jagens mittels Spurlautprüfung hat keinen Einfluss auf die Jagdleidenschaft des Beagles. Und - wer mit seinem Beagle nicht züchten will, muss auch keine Spurlautprüfung absolvieren. Ein Blick auf andere Rassen zeigt, dass es äußerst schwierig und langwierig ist, einen einmal in der Rasse verloren gegangenen Spurlaut  züchterisch wieder zu verankern.

 

Die erfolgreich absolvierte Spurlautprüfung berechtigt im Rahmen des BCD nach der allgemeinen Zuchtzulassung zur jagdlichen Anlagenzucht.

 

Nachdem für QUIRIN die Ausbildung für den alltäglichen jagdlichen Einsatz das Ziel ist, startete in der örtlichen Kreisgruppe des Bayerischen Jagdverbandes ab Mai 2018 der Vorbereitungslehrgang für die jagdliche Brauchbarkeitsprüfung. In einer bunt gemischten Gruppe von Dackel und Jagdterrier über Labrador, Kleinem Münsterländer bis zum Deutsch Drahthaar übten wir bis Anfang September 2018  wöchentlich Haar- und Federwildschleppen, Schweißfährten, Revier- und Leinenführigkeit, Schussfestigkeit am Stand und im Feld sowie Gehorsam, Gehorsam, Gehorsam.

 

Dazwischen hatten QUIRIN und ich uns am 16. und 17.6.2018 bei der CAC und der CACIB in Erfurt mit einem Vorzüglich 2/VDH-JGD-CHA-Res. am Sonntag erfolgreich den prüfenden Augen der Formwertrichter gestellt. Am 4.8.2018 stand dann bei der Landesgruppe Westfalen im über 800 km entfernten Steinhagen unter den Richtern Dr. Wibke Warneke und Thomas Warneke die Zuchtzulassungsprüfung des BCD an.

 

Alles lief bestens, so dass damit für QUIRIN die Zuchtzulassung zur Formwertzucht und zur jagdlichen Anlagenzucht „eingetütet“ war.

 

 Am 22.9.2018 stand dann für QUIRIN die Prüfung der Brauchbarkeit zur Nachsuche auf Schalenwild nach der Prüfungsordnung des Bayerischen Jagdverbandes auf dem Programm mit den Prüfungsfächern  Schussfestigkeit am Stand und beim Treiben, der Nachsuchenarbeit auf getupfter Rehwild-Schweißfährte bei maximal 250 ml Schweiß auf 400 m Fährtenlänge und einer Stehzeit über Nacht, Gehorsam und Leinenführigkeit im Revier sowie der Suche im Feld mit Schussfestigkeitsprüfung.

 

Nach unaufgeregtem Start durch die Schussfestigkeit am Stand und bei der simulierten Treibjagd waren wir als erste für die Nachsuche ausgelost worden. QUIRIN nahm den Anschuss ruhig und konzentriert an, verwies mir auf den ersten 300 m regelmäßig Schweiß und arbeitete Winkel und Haken in souveräner Manier aus. Doch dann konnten wir keinen Schweiß mehr bestätigen. QUIRIN nahm den Kopf hoch und bewindete das Umfeld. Dadurch irritiert nahm ich ihn zurück, um ihn nochmals anzusetzen. Tatsächlich hatten wir uns aber bereits 10 m vor dem nachzusuchenden Stück Rehwild befunden, ohne dass ich es gesehen hatte – QUIRIN hatte es bereits in der Nase. Nur knapp 15 Minuten haben wir letztlich für die erfolgreiche Arbeit benötigt. Gehorsam und Leinenführigkeit im Revier waren danach ein Leichtes. Für Beagle-Führer ist das folgende Fach Freisuche mit Schussfestigkeitsprüfung immer wieder mit Spannung verbunden. Der Hund wird entweder im freien Feld oder auf einer lichten Fläche im Wald zur freien, vom Führer wegführenden Suche geschickt. Befindet sich der Hund in ausreichender Entfernung vom Führer wird dieser vom Richter zur Abgabe eines Schrotschusses aufgefordert. Der Hund soll vom Schuss unbeeindruckt seine Suche fortsetzen, dann aber auf Kommando – sprich Pfiff – unverzüglich zum Führer zurückkehren und angeleint werden. Für den eine Spur aufnehmenden oder arbeitenden Beagle stellt dies eine große Herausforderung dar. Enge Führerbindung und Gehorsam waren für QUIRIN die Garanten, um auf Pfiff sofort bei mir zurück zu sein.

 

QUIRIN hatte seine jagdliche Brauchbarkeit mit sehr gutem Prüfungsergebnis nachgewiesen.

 

Aber die bayerische Brauchbarkeitsprüfung und der ständige praktische Jagdeinsatz reichen nach den Vorgaben des BCD nicht aus, um die Voraussetzungen für die jagdliche Leistungszucht zu erfüllen. Während die Brauchbarkeitsprüfungen anderer Landesjagdverbände (z.B. Niedersachsen) mit Übernachtfährten von 800 m bis 1.000 m selbst ohne praktischen Einsatz und Erfahrung des Hundes das Anforderungsprofil für die jagdliche Leistungszucht erfüllen.

 

 Nun hatten QUIRIN und ich viel Zeit und Arbeit investiert. Die vom BCD auf den 23.9.2018 im Segeberger Forst terminierte Gebrauchsprüfung konnten wir wegen unserer Brauchbarkeitsprüfung vom 22.9.2018 aus zeitlichen Gründen nicht wahrnehmen. Zu der für den 21.10.2018 vom BCD angesetzten Verbandsschweißprüfung konnte ich QUIRIN aufgrund des vorgeschriebenen Mindestalters von zwei Jahren nicht melden.

 

Als Mitglied auch des Austrian Beagle Club entschloss ich mich kurzer Hand für dessen Gebrauchsprüfung zu melden. Die Gebrauchsprüfung des ABC umfasst zwei Teilprüfungen: die Brackierprüfung und die Schweißprüfung.

 

Bei der Brackierprüfung wird der Beagle geschnallt und zur selbständigen Suche geschickt mit dem Ziel, einen Hasen oder Fuchs zu heben und diesen dann spurlaut über einen Mindestdauer zu jagen. Während in Deutschland die Brackierjagd  mangels entsprechender Reviergrößen (mindestens 1.000 ha) nicht mehr praktiziert wird, gehört sie in Österreich zum jagdlichen Kulturgut.

 

Für Freitag, 19.10.2018, meldete ich QUIRIN zur Brackierprüfung in Saxen/OÖ. Auch der ABC setzt vor jeder Prüfung die Überprüfung der Schussfestigkeit des Beagles voraus. Wie bekannt – kein Problem für QUIRIN. In unserer Prüfungsgruppe starteten fünf Beagle. Leider war der Hasenbesatz so gering, dass während der ganzen Prüfung in unserer Gruppe und unserem Gebiet von 9:00 bis 13:30 Uhr nur drei Hasen „hochgemacht“ werden konnten. Ein Hund arbeitete den Hasen mit Bewertung; zwei Hunde konnten keine Bewertung für die Brackierprüfung erreichen. QUIRIN bekam leider keinen Hasen und somit keine Bewertung.

 

Folglich trat ich am Sonntag, 21.10.2018, erneut zur Brackierprüfung in Fels am Wagram/NÖ an. Die Bedingungen waren auch hier extrem schwierig. Der Hasenbesatz war äußerst mager, die Böden waren staubtrocken und es war windig. Nach Start um 9:00 Uhr gab QUIRIN als erster Hund unserer aus fünf Beagle bestehenden Prüfungsgruppe um 11:50 Uhr an der Leine Spurlaut und konnte nach dem Schnallen erfolgreich einen Hasen durch einen Weinberg arbeiten. Um 12:30 war QUIRIN wieder bei mir am Schnallpunkt zurück. In der Folge konnten noch zwei andere Hunde unserer 5er-Gruppe einen Hasen erfolgreich brackieren; ein Hund konnte erfolgreich die Anlage des spurlauten Jagens nachweisen; ein Hund ging leider wieder ohne Hase leer aus.

 

Ein Woche später, am Sonntag, 28.10.2018, war dann in Gablitz/NÖ der zweite der Teil Gebrauchsprüfung mit Schweißarbeit und Nebenfächern angesetzt. Die Fährte wurde am Samstag mit max. 250 ml auf 1.000 m mit Rotwildschweiß getupft. Es regnete am ganzen Samstag und die Nacht von Samstag auf Sonntag. Zu Prüfungsbeginn am Sonntag gegen 9:00 Uhr war der Boden nass; es regnete aber nicht mehr; die Temperaturen lagen um 7 Grad im Laufe des Vormittags ansteigend.

 

Das Prüfungsgelände lag mitten im Wienerwald; der Baumbestand war Mischwald mit hohem Eichen- und Buchenanteil; der Boden war überwiegend laubbedeckt; das Gelände war hügelig.

 

Wir – QUIRIN und ich - waren in unserer Prüfungsgruppe mit zwei Beagle als zweite gelost. Damit hieß es zunächst warten. Das erste Gespann war um 9:15 Uhr zur Fährtenarbeit gestartet. Die Minuten verrannen und meine Nervosität stieg in der feuchten Kälte. Zwei Teilnehmer aus den beiden anderen Prüfungsgruppen waren bereits erfolgreich zurückgekehrt, aber von meiner Prüfungsgruppe war nichts zu hören und zu sehen. Dann endlich kurz vor 11:00 Uhr kam eine meiner beiden Richterinnen, um mich abzuholen. Ein Blick in ihr Gesicht reichte aus, um mir zu zeigen, was geschehen war. Schon auf der Fährte hatte der Hund Schwierigkeiten gehabt und hatte dann nach dem Schnallen am letzten Wundbett nicht wie gefordert zum Stück gearbeitet und verwiesen, sondern war selbständig jagen gegangen. Letztlich kehrte der Beagle nachmittags gegen 15:00 Uhr erschöpft, aber glücklich und zufrieden zu seinem Führer an den Ausgangspunkt zurück.

 

Meine Gedanken waren darauf konzentriert, nur jetzt nicht die Nerven und die Ruhe zu verlieren, sondern QUIRIN die nötige Sicherheit für die vor uns liegende Aufgabe zu vermitteln.

Die Richterinnen wiesen uns in den Anschuss ein und QUIRIN nahm seine Arbeit wie gewohnt ruhig und konzentriert auf. Die Fährte verlief zunächst steil bergauf, um dann nach dem ersten Haken nach links weiter schräg zum Hang leicht aufwärts zu verlaufen. Der zweite Haken führte die Fährte dann wieder steil nach unten ins Tal. Hier arbeitete QUIRIN eine Verleitung relativ weit, ohne dass ich es rechtzeitig erkannte, so dass ich einen Abruf erhielt. Am letzten Verweiserpunkt angesetzt nahm QUIRIN die Fährte wieder sauber auf. Diese lief dann nochmals zunächst nach rechts quer zum Hang, um kurz darauf wieder nach links bergab zum letzten Wundbett und Schnallpunkt zu führen.

 

Nachdem wir für die bayerische Brauchbarkeitsprüfung reine Riemenarbeit geübt und für das freie Verweisen nur wenig Zeit investiert hatten, war ich gespannt, ob und wie QUIRIN diesen Prüfungsteil meistern würde. Fazit: als einziger Prüfungsteilnehmer erhielt er hier volle Punktzahl und die Richter bewerteten seine Leistung als lehrbuchmäßig. QUIRIN arbeitete zügig und ohne Abschweife schnell und sauber zum Stück (Rotwildhaupt); bewindete das Stück; umrundete dreimal den Baum, an dem das Stück lag, um die Umgebung zu checken, und kam dann schnurstracks zu mir zurück. Hier zeigte er mir an, dass er gefunden hat, und wollte sofort wieder los, um mir seinen Fund zu präsentieren. Wieder angehalst führte er mich dann am langen Riemen direkt zum Stück.

 

Dort war dann noch die Wachsamkeit am Stück zu prüfen. Während ich auf Anweisung der Richter für QUIRIN nicht sichtig in angemessener Entfernung hinter Bäumen verborgen war, näherte sich eine Richterin als „böser Mann“ mit einem Stock bewaffnet dem Stück. Ohne Anzeichen von Ängstlichkeit, sondern selbstbewusst sich stellend verbellte QUIRIN den „bösen Mann“ wie gefordert, um seine Beute „zu verteidigen“.

 

Revierführigkeit ohne Leine – Freifolge bei Fuß im Wald - war wie immer kein Problem.

Ich hatte noch für die Freiablage mit Schussruhe gemeldet; d.h. 20 Minuten freies Ablegen ohne Sichtkontakt zum Führer oder Richter, nach 15 Minuten Abgabe eines Schrotschusses und nach weiteren 5 Minuten Abholen des Hundes. Leider kam QUIRIN nach 15 Minuten -wohl des Liegens in der Nässe überdrüssig - vor der Schussabgabe zu mir zurück, so dass ich hier nicht mehr punkten konnte.

 

Mit 398 Punkten erreichten wir in dieser Gebrauchsprüfung einen II. Preis und verfehlten nur knapp den ab 400 Punkte beginnenden I. Preis. Dennoch waren wir an diesem Tag das erfolgreichste Gespann und konnten uns über den Tagessieg freuen.

 

Mit dieser Leistung und der erfolgreichen Gebrauchsprüfung ist QUIRIN nun als Deckrüde für die jagdliche Leistungszucht zugelassen.

 

Jetzt soll QUIRIN seine jagdlichen Fähigkeiten im alltäglichen Reviereinsatz beweisen und muss Erfahrung in der praktischen Arbeit bei „echten Nachsuchen“ sammeln. Erst dann wird sich seine volle Leistungsfähigkeit entfalten und festigen.

 

Dies macht künftige erfolgreiche Prüfungsteilnahmen nicht einfacher, da der Beagle sehr schnell zwischen echter und künstlicher Schweißfährte unterscheiden kann und  weiß, was ihn am Ende einer Kunstfährte und am Ende einer Echtfährte erwartet. Dennoch habe ich ins Auge gefasst, im kommenden Jahr die BCD Verbandsschweißprüfung und die BCD Gebrauchsprüfung zu absolvieren. Denn die Vorbereitung auf diese Prüfungen schweißt QUIRIN und mich als Team weiter zusammen, stärkt die Bindung und den Gehorsam.

 

© Peter Schacherbauer

 

Verdiente Pause für Hund und Führer an einem schattigen Plätzchen vor dem nächsten Einsatz

 

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